Die richtige Methode für das jeweilige Schadensbild — Ozon, Hydroxyl-Radikale, Thermonebel oder Aktivkohle.
Hartnäckige Gerüche entstehen nicht nur nach Bränden. Auch nach Wasserschäden mit Schimmelbildung, nach längerer Leerstands- oder Nutzungszeit, nach Tierhaltung oder bei Verwesungs- und Fäkalschäden ist eine professionelle Geruchsneutralisation notwendig. Reine Lüftung und Putzen reichen in den meisten Fällen nicht aus, weil sich Geruchsmoleküle tief in Wände, Putz, Holz, Estrich, Textilien und Lüftungsanlagen einlagern und immer wieder in die Raumluft freigesetzt werden.
Wirkprinzip: Ozon (O₃) ist ein hochreaktives Sauerstoffmolekül. Es oxidiert Geruchsmoleküle in der Raumluft und in den Oberflächen — diese werden chemisch zerstört, nicht überdeckt. Reststoff: Sauerstoff (O₂). Sehr wirksam, auch in tiefer eingelagerten Oberflächen.
Voraussetzung: Räume müssen während der Behandlung unbewohnt sein (Ozon ist in höherer Konzentration giftig für Mensch und Tier). Nach der Behandlung wird gründlich gelüftet, das Ozon zerfällt selbstständig innerhalb von Stunden.
Einsatzdauer: 6–48 Stunden je nach Raumgröße, Schadensbild und Belastung. Bei sehr starker Belastung mehrere Behandlungszyklen mit Zwischenlüftung.
Geeignet für: Brand- und Rauchgerüche, Schimmel, Tierhalter-Gerüche, Mietobjekte zwischen zwei Mietverhältnissen, Hotelzimmer.
Wirkprinzip: Hydroxyl-Radikale (•OH) entstehen aus Luftfeuchtigkeit unter UV-Licht und zersetzen Geruchsmoleküle ähnlich wie Ozon — nur biologisch unbedenklich. Räume können während der Behandlung weiter genutzt werden.
Einsatzdauer: 3–7 Tage je nach Schadensbild.
Geeignet für: bewohnte Wohnungen, Geschäftsräume, Hotels, Praxen, Gastronomie in Hamburg — überall dort, wo der Betrieb nicht eingestellt werden kann.
Wirkprinzip: Ein hochwirksamer Geruchsneutralisator wird unter Hitze in einen feinsten Aerosolnebel verwandelt und dringt in jeden Hohlraum, in jede Fuge, in Spalten, in Lüftungsanlagen, in poröse Tapeten. Behandelt einen Raum in 1–3 Stunden.
Geeignet für: tief sitzende Brandgerüche, schwer zugängliche Bereiche (Lüftungsschächte, Zwischendecken), Großräume und industrielle Anwendungen.
Wirkprinzip: Mobile Luftreiniger mit Aktivkohle-Filterkassetten ziehen die Raumluft durch große Mengen Aktivkohle. Geruchsmoleküle werden physikalisch gebunden.
Einsatzdauer: mehrere Tage bis Wochen, häufig als Ergänzung nach Ozon- oder Hydroxyl-Behandlung.
Geeignet für: kontinuierliche Raumluft-Reinigung, Endphasen-Behandlung, bewohnte Räume in der Nachsanierung.
Wirkprinzip: Bei sehr tief in Wand- und Deckenmaterialien eingedrungenem Geruch wird eine spezielle Versiegelung (Sealer) aufgebracht — sie bindet die Geruchsmoleküle dauerhaft im Material und verhindert das Ausgasen in die Raumluft. Danach kann normal tapeziert oder gestrichen werden.
Geeignet für: langfristige Geruchssanierung in Brand- und Wohnsanierungsobjekten, wenn Komplettrückbau wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Die fachgerechte Auswahl ist entscheidend. Eine grobe Orientierung:
Die endgültige Empfehlung gibt der vermittelte Sanierungsbetrieb nach einer Begutachtung vor Ort.
Bei einem versicherten Brand- oder Wasserschaden trägt die Wohngebäude- bzw. Hausratversicherung in der Regel auch die Kosten der Geruchsneutralisation. Bei nicht versicherten Schäden (z. B. Geruchssanierung in einer Mietwohnung zwischen zwei Mietverhältnissen) ist die Kostenträgerschaft individuell zu klären. Mehr zu Versicherungen.